Zwetschgenknödel

Dieses Gericht ist das Paradebeispiel für Kartoffelteig: Das Ziel ist eine Hülle, die stark genug ist, um das saftige Obst zu halten, aber weich genug, um auf der Zunge zu zergehen. Das Geheimnis liegt im Verhältnis von Kartoffeln zu Mehl und in der Schnelligkeit. Wenn die Kartoffeln auskühlen, verändert sich die Struktur der Stärke, und der Teig wird schwer und gummiartig. Der Kontrast zwischen den zimtigen Bröseln und der säuerlichen Zwetschge macht dieses Gericht zum ungekrönten König des Sonntagsessens.
🕒 Vorbereitung 45 Min.
🍳 Kochzeit 15 Min.
Gesamtzeit 1 Std.
🍽️ Portionen 5 Portionen
🔥 Kalorien 420 kcal
🌍 Küche Ungarisch

Zutaten

Benötigtes Zubehör

  • Großer Topf zum Kochen (die Knödel brauchen viel Wasser)
  • Kartoffelpresse (für klumpenfreien Teig)
  • Schaumkelle
  • Pfanne für die Brösel
  • Nudelbrett

Allergeninformationen

⚠️ Gluten
⚠️ Ei
⚠️ Milch

Zubereitung

1

Koche die Kartoffeln in der Schale in Salzwasser, bis ein Messer widerstandslos in die Mitte gleitet. Pelle sie noch heiß und drücke sie sofort durch die Presse.

Tipp: Das heiße Durchpressen ist entscheidend. Wenn du die Kartoffeln im Ganzen auskühlen lässt, verändert sich die Stärkestruktur (Retrogradation), und der Teig wird kleisterartig und zäh.
2

Breite die durchgepressten Kartoffeln aus und lass sie lauwarm abkühlen. Gib Mehl, Ei, Salz und 10 g weiche Butter hinzu. Knete alles mit schnellen Bewegungen zusammen, gerade so lange, bis der Teig bindet.

Tipp: Nicht überkneten! Durch zu viel mechanische Bearbeitung wird das Klebergerüst zu stark, und die Knödel bekommen eine Gummiball-Konsistenz.
3

Rolle den Teig auf einem bemehlten Brett ca. 0,5 cm dick aus und schneide ihn in 12 Quadrate. Gib in die Mitte jeder gewaschenen und entkernten Zwetschge einen Kaffeelöffel Zimtzucker.

Tipp: Der Zucker karamellisiert im Inneren der Zwetschge und verschmilzt sirupartig mit dem Fruchtsaft.
4

Lege die Zwetschgen auf die Teigquadrate, drücke die Ecken zusammen und forme mit den Handflächen Knödel. Achte darauf, dass keine Risse entstehen!

Tipp: Verschließe sie sorgfältig, sonst dringt Kochwasser ein und der leckere Zwetschgensaft läuft aus.
5

Schmilz währenddessen 50 g Butter in einer Pfanne, gib die Semmelbrösel dazu und röste sie bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren goldbraun. Mische am Ende Zucker und Zimt unter.

Tipp: Die Brösel neigen dazu, plötzlich zu verbrennen, lass sie nicht aus den Augen! Sie sind gut, wenn sie nussig duften.
6

Koche die Knödel in siedendem, leicht gesalzenem Wasser. Wenn sie an die Oberfläche steigen, warte noch 2-3 Minuten. Nimm sie mit einer Schaumkelle heraus, lass sie abtropfen und wälze sie in den Zimtbröseln.

Tipp: Gib nicht zu viele Knödel auf einmal ins Wasser, da es sonst zu stark abkühlt und der Teig aufweichen kann.

Rezept FAQ

Warum sind die Knödel hart geworden?
Der Teig hat zu viel Mehl aufgenommen oder du hast ihn zu lange geknetet. Kartoffelteig muss schnell und locker verarbeitet werden.
Sie sind beim Kochen aufgeplatzt. Warum?
Wahrscheinlich hast du den Teig um die Zwetschge herum nicht gut genug verschlossen, oder das Wasser hat zu stark gekocht.
Kann ich sie einfrieren?
Ja, roh (vor dem Kochen) auf einem Tablett einfrieren und dann in Beutel packen. Gefroren ins kochende Wasser geben, aber länger kochen lassen.

Zutaten

  • 500 g Kartoffeln (mehlig kochend, Typ C)
  • 160 g Mehl (griffig oder Type 405)
  • 1 Stk. Ei (Größe M)
  • 12 Stk. Zwetschgen (kleine, reife)
  • 100 g Semmelbrösel
  • 50 g Kristallzucker (für die Brösel)
  • 12 TL Zimtzucker (für die Mitte der Zwetschgen)
  • 1 TL Gemahlener Zimt
  • 60 g Butter (davon 10 g für den Teig, 50 g für die Brösel)
  • 1 Prise Salz