Sauerbraten

Der Sauerbraten ist Deutschlands Antwort auf den Rinderbraten, ein wahrhaft historisches Gericht. Der Name verweist auf die Zubereitungsart: Das Fleisch wird tagelang (!) in einem Sud aus Essig, Wein und Gewürzen mariniert. Dieses Verfahren stammt aus der Zeit vor dem Kühlschrank, diente aber nicht nur der Konservierung, sondern machte auch zähere, sehnigere Fleischstücke mithilfe der Säure butterzart. Die süß-saure Sauce, die oft mit Lebkuchen oder Rosinen verfeinert wird, macht ihn unvergesslich.
🕒 Vorbereitung 2 Tage 2 Std.
🍳 Kochzeit 3 Std.
Gesamtzeit 2 Tage 5 Std.
🍽️ Portionen 6 Portionen
🔥 Kalorien 600 kcal
🌍 Küche Deutsch

Zutaten

Benötigtes Zubehör

  • Große Glas- oder Keramikschüssel zum Marinieren
  • Dickwandiger Schmortopf
  • Sieb

Allergeninformationen

⚠️ Gluten (Lebkuchen/Mehl)
⚠️ Milch (Schmand, Butter)
⚠️ Schwefeldioxid (Wein, Essig)

Zubereitung

1

Koche Wein, Wasser, Essig und die Gewürze mit dem grob geschnittenen Gemüse auf und lass es vollständig abkühlen.

Tipp: Lege rohes Fleisch niemals in heiße Beize, da das Äußere gart und keine Aromen aufnehmen kann.
2

Lege das Fleisch in die Beize (muss bedeckt sein!) und stelle es für 2-4 Tage in den Kühlschrank. Wende es täglich.

Tipp: Die Säuren zersetzen langsam das Bindegewebe (Denaturierung), so wird auch festes Fleisch zart.
3

Nimm das Fleisch heraus, tupfe es vollständig trocken (Beize aufheben!). Salze es.

Tipp: Nasses Fleisch brät nicht an.
4

Erhitze Fett im Topf und brate das Fleisch von allen Seiten dunkelbraun an.

Tipp: Das kräftige Anbraten verleiht der Sauce ihre dunkle Farbe und den tiefen Geschmack.
5

Gieße die Beize durch ein Sieb zum Fleisch, gib das Gemüse aus der Beize dazu. Schmore es zugedeckt 2-3 Stunden weich.

Tipp: Auf kleiner Flamme, damit die Fleischstruktur nicht zerfällt.
6

Nimm das Fleisch heraus. Passiere die Sauce (oder püriere sie mit dem Gemüse für mehr Bindung). Binde sie mit zerbröseltem Saucenlebkuchen oder Mehl, schmecke mit Zucker für die süß-saure Balance ab.

Tipp: In traditionellen deutschen Rezepten sorgt der Saucenlebkuchen für die Bindung und den weihnachtlichen Geschmack.

Rezept FAQ

Muss man wirklich tagelang marinieren?
Ja. Das ist die Seele des Sauerbratens. Minimum 2-3 Tage sind nötig, damit die Essigbeize die Fasern vollständig durchdringt und das Fleisch mürbe macht. Mit einem Schnellverfahren wird das nur ein saures Gulasch.

Zutaten

  • 1.5 kg Rinderbraten (aus der Keule oder Schulter, am Stück)
  • 500 ml trockener Rotwein
  • 200 ml Rotweinessig
  • 500 ml Wasser
  • 2 Stk. Karotten
  • 2 Stk. Zwiebeln
  • 1 TL ganzer schwarzer Pfeffer
  • 4 Körner Piment
  • 2 Stk. Lorbeerblätter
  • 2 EL Zucker oder Honig
  • 50 g Butter oder Öl
  • 50 g Saucenlebkuchen oder 2 EL Mehl (zum Binden)
  • 100 ml Schmand (optional)